Monatsarchiv: April 2015

Während ich schlief

kroch etwas leise in das geliehene Zimmer. Es legte seinen feinen Staub über die Kommode und das Regal, durchzog die Ritzen der Buchseiten und füllte die Kleidung mit feinem weißem Sand.

Während ich schlief, durchsuchte es unsere Sachen, setze sich in den Ecken an der Decke fest und beobachtete unseren Schlaf.

Es knackt und knarrt seitdem im geliehenen Zimmer, und die Suppenfreundin schwört beharrlich, es sei das Holz. Aber hineingehen möchte sie lieber nicht. Selbst die Tiere meiden den Raum, bleiben im Türrahmen stehen und sehen mir von dort aus zu.

Den Morgen verbrachte ich damit, die Kleidung auszuklopfen und den Staub fortzuwischen. Eine esoterische Bekannte riet mir, die Ecken auszuklatschen und Räucherwerk zu verwenden. Salbei sei sehr wirksam, meinte sie.

Draußen wird es warm, die Vögel zwitschern und die Frösche quaken im Teich. Im geliehenen Zimmer ist es deutlich kühler und vollkommen still. Als habe etwas jede Zufuhr von Außen mit einer Schere abgeschnitten, abgeklemmt.

Ich habe die Fenster und Türen weit aufgerissen im geliehenen Zimmer und bin in die Küche geflohen. Ich hoffe, dass es das Zimmer von selbst wieder verlässt, aber irgendwie glaube ich nicht daran

 

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Irgend etwas ist da draußen.

Wenn ich nachts auf den geliehenen Balkon gehe, kann ich es durch das Gebüsch rascheln hören.

Ich halte mich nicht mehr auf der Terrasse auf. Weder morgens noch tagsüber. Und bei Dunkelheit schon gar nicht.

Dass da was ist, weiß ich, aber ich weiß nicht, was das da ist. Es macht keine Geräusche,  ich glaube nicht einmal, dass es atmet.

Es könnte der Wind sein, der durch die Äste weht, aber es ist windstill.

Es beobachtet mich, das kann ich fühlen. Mit welchem Sinn auch immer, ich spüre sein Belauern auf meiner Haut.

Es wartet.

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