Trüb

Der erste Mai bringt erhofften Regen. Kalt ist es nicht.

Ich werfe mich müde im Bett hin und her, im Traum hat längst Vergessenes mich eingeholt, und das will erst einmal verarbeitet werden.

Ich plane nicht mehr. Wie lange schon nicht mehr, das kann ich nicht sagen. Die Dinge werden spontan entschieden oder gar nicht. Einen Plan gibt es nicht mehr.

Unten tobt der Chaosprinz. Kistenweise hat er Lego Steine auf den Wohnzimmer Teppich gekippt und sucht ein Teil, nicht größer als ein 2-Cent-Stück. Ich höre ihn seine Kindergarten Flüche fluchen.

Eigentlich ist mir nicht nach aufstehen. Meine nackten Füße scheuen die klamme Kälte der Bodenfliesen und die scharfen Kanten der Lego Steine.  Das Haus ist im Chaos.

Die Welt ist auch ein Chaos. Sie gibt sich äußerlich den Anschein, immer noch gut zu funktionieren, das Chaos nimmt aber stetig zu. Vermutlich war das nie anders, es schien mir nur so.

Mitten drin in diesem Chaos kann man mit Google Earth auf die 750qm zoomen, auf denen das geliehene Haus steht. Ein Garten, den wir pflegen, weil der Hund dort immer wieder reinscheißt und der Chaosprinz seine Löcher buddelt. In der Idylle dieser Vorstadt wohnen wir.

Von Außen betrachtet scheint das gut zu funktionieren.

 

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